What If Your Body Was Never the Problem?
Suzy Godsey
Was wäre, wenn dein Körper nie das Problem war?
Wie oft schauen wir in den Spiegel und fangen sofort an, uns selbst zu kritisieren? Die Arme, nicht straff genug. Der Bauch, hier zu viel, da zu wenig. Eine Stimme, die urteilt, egal wie wir aussehen.
Ich begegne so vielen unglaublich schönen, wundervollen Frauen. Und so viele von ihnen tragen so viel Kritik gegenüber ihrem eigenen Körper in sich, fühlen sich unwohl in ihrer eigenen Haut, sehen einfach nicht, wie schön sie eigentlich sind.
Das Schönheitsideal selbst? Es verändert sich ständig. Mal sehr schlank, mal mit mehr Kurven. Aber im Kern bleibt es gleich: etwas, in das fast niemand hineinpasst. Etwas, dem man nie ganz gerecht wird.
Bringt uns die Kritik eigentlich irgendetwas?
Frag dich mal ganz ehrlich: Hat diese innere Kritik dich jemals verändert? Hat sie dich jemals glücklicher, gesünder oder freier gemacht? Oder tut sie eigentlich nur eines: dich kleiner, müder und weiter weg von dem Leben machen, das du eigentlich leben willst?
Manche Dinge an unserem Körper können wir verändern, durch Bewegung, durch Ernährung, durch Disziplin. Das ist eine echte Entscheidung, und du darfst sie treffen, wenn sie sich für dich richtig anfühlt. Aber manche Dinge gehören einfach zum Leben dazu, zum Älterwerden. Bestimmte Linien. Bestimmte Veränderungen der Haut. Das ist einfach so.
Wie traurig wäre es, sein ganzes Leben mit dem Gefühl zu verbringen, dass der eigene Körper nie gut genug war, anstatt ihn einfach zu genießen?
Was, wenn wir diese Kritik beiseitelegen? Und stattdessen fragen: Was tut mir eigentlich gut? Welche Nahrung, welche Bewegung, welcher Rhythmus fühlt sich für meinen Körper richtig an? Nicht aus Druck. Sondern aus Freundschaft mit mir selbst.
Und diese Kritik hört mit der Zeit nicht auf. Wenn überhaupt, bekommt sie einfach ein neues Gesicht: das Älterwerden.
„Du siehst überhaupt nicht aus wie sechzig.“
Es ist als Kompliment gemeint. Und die meisten von uns nehmen es auch so an, manchmal sogar mit ein bisschen Stolz.
Aber halte mal kurz inne. Warum ist „nicht wie dein Alter auszusehen“ überhaupt ein Kompliment? Was sagt das eigentlich darüber aus, wie wir über das Älterwerden denken?
Wir leben in einer Zeit, die uns ständig einredet: Bleib jung, bleib glatt, bleib wie mit zwanzig. Falten weg, graue Haare gefärbt, am besten so nahtlos, dass man gar nicht merkt, dass überhaupt Zeit vergangen ist.
Aber willst du das überhaupt? Wieder sechzehn sein? Wieder Anfang zwanzig, mit all der Unsicherheit, die damals dazugehörte?
Jede Phase hatte ihre Zeit
Jede Phase deines Lebens hatte ihre eigene Zeit, mit allem, was sie mit sich brachte. Neuanfänge und Ankommen. Vielleicht auch Abschiede, die du dir nicht ausgesucht hast. Verluste, Neuanfänge, Wege, die ganz anders verliefen, als du es dir einst vorgestellt hast. Nichts davon war umsonst. All das hat dich zu dem Menschen gemacht, der jetzt hier sitzt und das liest. Und genau dieser Mensch, mit allem, was er in sich trägt, hat jetzt auch seine Zeit.
Vielleicht spürst du deinen Körper heute anders als früher. Er ist nicht mehr ganz so wie mit zwanzig, und das ist einfach so, und das ist okay. Die eigentliche Frage ist, was das mit dir macht. Ob jedes kleine Zipperlein dich denken lässt, dass es ab jetzt nur noch bergab geht, oder ob du dich daran erinnerst, dass dieser Körper dich durch dein ganzes Leben getragen hat. Durch alles, was passiert ist. Es geht nicht darum, Schmerzen wegzureden. Es geht darum, dir selbst zu erlauben, manchmal zu bemerken, was dieser Körper für dich getan hat, und nicht nur, was gerade nicht so rund läuft.
Respekt, kein Mitleid
In manchen deutschen Dörfern gibt es noch eine stillschweigende Regel: Wer älter ist, bietet dem Jüngeren das Du an, niemals umgekehrt. Das Alter hat dort einfach ein anderes Gewicht. Respekt, kein Mitleid.
Was, wenn Altern nicht das Gegenteil von Schönheit ist? Was, wenn es eine ganz eigene Art von Schönheit ist, mit einer eigenen Kraft und Ausstrahlung, die man sich erst erarbeiten muss, indem man sie tatsächlich durchlebt?
Was nun?
Vielleicht ist der erste Schritt gar nicht, den Körper zu verändern. Vielleicht ist der erste Schritt, die Stimme zu hinterfragen, die sich immer wieder meldet, um zu kritisieren. Zu fragen: Bringt mir das hier gerade wirklich was? Und wenn die ehrliche Antwort „Nein“ lautet, sie beiseitelegen, und sei es nur für einen Moment.
Nicht aus Druck. Aus Freundschaft mit mir selbst.
💙
Wenn du tiefer in dieses Thema eintauchen möchtest: Der Call „Body Image Superpowers Sneak Peek“ schlüsselt die vier Ebenen des Körperbildes auf – was du glaubst, fühlst, wahrnimmst und tust, wenn es um deinen Körper geht. Und die Reihe „Sensual Self“ begleitet dich dabei, deinem Körper mit Wohlwollen statt mit Kritik zu begegnen.
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